Wie wir der Afrikanischen Schweinepest immer einen Schritt voraus bleiben
Wie wir der Afrikanischen Schweinepest immer einen Schritt voraus bleiben
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine hoch ansteckende und meist tödliche Viruserkrankung bei Haus- und Wildschweinen, die erhebliche sozioökonomische Auswirkungen in betroffenen Ländern hat. Bisher gibt es weder Impfstoffe noch Heilmittel gegen ASP.
Das Virus kann mehrere Monate in der Umwelt und in Kadavern überleben. Verfahren wie Pökeln oder Räuchern von Schweinefleisch sind nicht immer ausreichend, um das Virus zu neutralisieren. Menschen können zwar nicht an ASP erkranken, jedoch das Virus über kontaminierte Kleidung oder Ausrüstung verbreiten.
Infizierte Schweine und Wildschweine sterben meist innerhalb weniger Tage. Neben therapieresistentem Fieber und plötzlichen Todesfällen zeigen sich nur unspezifische Symptome. Bei gehäuften Todesfällen unter Tieren müssen Untersuchungen durchgeführt werden, um ASP als Ursache auszuschliessen.
Symptome der Afrikanischen Schweinepest
Die klinischen Anzeichen der ASP variieren und sind nicht immer leicht zu erkennen. Typischerweise zeigen betroffene Tiere einige oder alle der folgenden Symptome:
Hohes Fieber
Schwäche und zögerndes Aufstehen
Erbrechen
Durchfall (manchmal blutig)
Rötliche oder bläuliche Hautfarbe, insbesondere um Ohren und Schnauze
Husten und Atembeschwerden
Fehl- und Totgeburten, schwache Würfe
Die Mehrzahl der erkrankten Tiere stirbt innerhalb von 10 Tagen
Infektionswege bei Hausschweinen
Hausschweine können sich über verschiedene Wege mit ASP infizieren, darunter:
Kontakt mit infizierten Schweinen aus nicht befallenen Gebieten
Fütterung mit Küchenabfällen (seit 1980 in der EU gesetzlich verboten)
Kontakt mit kontaminierten Materialien, z.B. durch Menschen, die kontaminierte Kleidung oder Schuhe tragen
Wie schütze ich meinen Betrieb?
Achte beim Kauf von Futtermitteln, Streu oder Schweinen auf deren Herkunft aus vertrauenswürdigen Betrieben, die alle notwendigen Schutzmaßnahmen durchführen
Vermeide den Kontakt deiner Schweine mit Wildschweinen oder Schweinen aus anderen Betrieben
Verfüttere niemals Küchenabfälle an Schweine
Vermeide Freilandhaltung in Gebieten, die von ASP befallen sind
Kaufe keine Schweinefleisch- oder Schweinefleischerzeugnisse aus betroffenen Gebieten
Was tun bei ASP-Befall?
Kontaktiere sofort deinen amtlichen Tierarzt, wenn du den Verdacht hast, dass dein Bestand mit ASP infiziert ist
Bringe deine Tiere nicht aus dem Betrieb
Wechsle stets Kleidung und Schuhe beim Verlassen deines Betriebs
Wie können wir unsere Wildschweinpopulation schützen?
Wildschweinjäger sollten jeden Kontakt mit Hausschweinen nach der Jagd vermeiden
Jäger und Landwirte sollten Innereien von Wild- oder Hausschweinen nicht in Wäldern und Feldern liegen lassen
Hinterlasse keine Lebensmittel oder Abfälle in Gebieten, wo Wildschweine vorkommen können
Kontaktiere die Veterinärbehörden, wenn du ein totes Wildschwein findest, selbst wenn das Gebiet bisher nicht von ASP befallen ist
Beachte das ASP-Radar-Bulletin
Mit dem Radar Bulletin publiziert das BLV Informationen zur Tierseuchenlage im Ausland und beurteilt die Gefahren für die Schweiz.
Als Massnahme der Früherkennung von Tierseuchen wird nicht nur die Situation im Inland konstant überwacht sondern auch die internationale Situation. Ziel des Radar Bulletins ist es, die für die Schweiz relevanten Informationen zur internationalen Lage und Ausbreitung der bedeutendsten Tierkrankheiten kontinuierlich zu erheben, aufzuarbeiten, zu bewerten und die Zielgruppen regelmässig darüber zu informieren.